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18.07.2016

Chinesischer Großeinkauf in Europa

Investitionen in deutsche Unternehmen steigen um das 20-fache

Chinesische Investoren drängen mit Macht auf den europäischen Markt. Im ersten Halbjahr 2016 haben sie in Deutschland und in Europa jeweils so viele Akquisitionen getätigt wie im gesamten Jahr 2014: In Europa kauften oder beteiligten sie sich an 164 Unternehmen, in Deutschland waren es 37 Unternehmen. Damit dürfte der bisherige Ganzjahresrekord aus dem Jahr 2015 in diesem Jahr deutlich überboten werden. Im vergangenen Jahr investierten sie in 183 Unternehmen in Europa, davon 39 in Deutschland.

China investiert mehr in Deutschland als je zuvor. | © Fotolia.com/tolotola

China investiert mehr in Deutschland als je zuvor. | © Fotolia.com/tolotola

Deutschland ist damit nach wie vor das bevorzugte Investitionsziel chinesischer Unternehmen in Europa. Auf dem zweiten Platz steht aktuell Frankreich mit 23 Akquisitionen nach 21 im gesamten Vorjahr und schiebt sich damit vor Großbritannien – dort haben chinesische Investoren bisher 20 mal investiert, 2015 gab es insgesamt 37 Transaktionen.

Das Transaktionsvolumen ist sprunghaft gestiegen und übersteigt bereits jetzt die Beträge der vorangegangenen Jahre deutlich. 2015 tätigten chinesische Unternehmen im ersten Halbjahr Zukäufe in Höhe von 526 Millionen US-Dollar. Allein im ersten Halbjahr 2016 waren es bereits 10,8 Milliarden US-Dollar in den ersten sechs Monaten dieses Jahres – mehr als das zwanzigfache. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die M&A-Investitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland und Europa untersucht.

„Mit dem verlangsamten Wachstum auf dem Heimatmarkt sehen sich die chinesischen Unternehmen gezwungen, neue Geschäftsfelder aufzubauen und sich von der Massenproduktion in Richtung Spezialisierung und Hochtechnologie zu bewegen“, sagt Yi Sun, Partnerin bei EY Deutschland und Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz. „Der kürzeste Weg dahin besteht in Akquisitionen ausländischer Marktführer.“

Die Folge: China steht im ersten Halbjahr 2016 auf Platz drei der größten Investoren in Deutschland hinter den USA (64 Akquisitionen) und der Schweiz (45 Akquisitionen). 2015 lag China noch auf dem fünften Rang, 2014 auf dem sechsten Rang.

Zwei der vier größten Übernahmen in Deutschland

Der mit Abstand größte Deal ist die – noch nicht abgeschlossene – Übernahme des schweizerischen Chemieunternehmens Syngenta durch Chemchina für 44 Milliarden US-Dollar. Allerdings hängt der Übernahmeprozess derzeit noch bei den US-Behörden fest, die eventuell ein Veto einlegen könnten. Auf Platz zwei steht die Übernahme des finnischen Onlinespiele-Entwicklers Supercell. Die Übernahme von 84 Prozent der Anteile lässt sich der chinesische Konzern Tencent 8,6 Milliarden US-Dollar kosten.

Derzeit läuft in Deutschland die drittgrößte Übernahme ab: Der chinesische Konzern Midea bietet 115 Euro je Anteilsschein für den Roboterhersteller Kuka – insgesamt knapp 4,7 Milliarden US-Dollar. Auch auf Platz vier steht ein deutsches Unternehmen: Die EEW Energy from Waste GmbH, die für 1,6 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Investor Beijing Enterprises Holding geht.

Anders als vielfach befürchtet sei das Engagement der Chinesen in Deutschland aber nicht ausschließlich zum Vorteil des Käufers, erklärt Sun. „Die meisten chinesischen Investoren verfolgen einen langfristigen und strategischen Ansatz, bei dem beide – Käufer und Zielunternehmen – profitieren können. Angst vor Know-how-Abfluss müssen wir in Deutschland nicht haben: Zu den von den chinesischen bevorzugten Übernahmezielen in Deutschland zählen vorwiegend Hochtechnologie-Unternehmen, bei denen eine Standortverlagerung unmöglich ist, weil sehr viel Know-how hinter dem gesamten Produktions-, Logistik-, Management-, und IT-Prozess steckt. Zusätzlich braucht man hochqualifizierte Mitarbeiter, die in der Anzahl in China nicht vorhanden sind. Die Zeiten, in denen hier ein Stahlwerk abgebaut und in China wieder aufgebaut wurde, sind längst vorbei.“ Auch Sorgen um einen Arbeitsplatzabbau seien unbegründet. „Im Gegenteil: Tendenziell bauen sie eher zusätzlich zu den hiesigen Produktionskapazitäten ein Werk in China auf. Und vielerorts, wo Unternehmen von der Insolvenz bedroht sind, sind die investierenden Chinesen sogar diejenigen, die die Arbeitsplätze erst retten.“

Die meisten Übernahmen betreffen Industrieunternehmen

Besonders im Fokus stehen für die Investoren aus Fernost Industrieunternehmen. 17 der 37 hierzulande getätigten Akquisitionen betrafen Industrieunternehmen, von den 164 in Europa getätigten Zukäufen betrafen 45 Industrieunternehmen. In Deutschland waren außerdem der Energiesektor (7 Zukäufe) und der Medizin-/ Health-Care-Sektor (4 Zukäufe) begehrt. Europaweit kauften Chinesen vor allem Technologieunternehmen (24) und Energieunternehmen (17).

EY-Partner Alexander Kron rechnet damit, dass in diesem Jahr noch einige bekannte Unternehmen von chinesischen Firmen übernommen werden. Das Interesse richte sich nicht nur auf die Technologie- und Maschinenbauunternehmen, sondern inzwischen auch auf andere Bereiche: „Auch Kliniken, Altenheime, Pharma- oder Biotechnologieunternehmen sind zuletzt in den Fokus chinesischer Investoren geraten.“

"Wir haben zurzeit ein paar große Projekte in der Pipeline. Das heißt, dass wir noch in diesem Jahr einige bekannte Namen hören werden, die in chinesische Hände gehen werden.“ fügt Sun hinzu.

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