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14.06.2017

3D-Auferstehung nach 2.800 Jahren

›Unlinger Reiter‹: Additive Manufacturing in der Archäologie

Ein Sensationsfund war der ›Unlinger Reiter‹ für die Archäologen, denn figürliche Darstellungen aus dem 8./7. Jahrhundert sind in Süddeutschland äußerst selten. Jetzt hat dieses Artefakt aus der menschlichen Kulturgeschichte einen Doppelgänger bekommen – in 3D gedruckt.

Die Replik der bronzenen Reiterfigur aus einem frühkeltischen Fürstengrab in der Nähe von Unlingen (Kreis Biberach) in Baden-Württemberg hat die Firma Concept Laser auf einer ›Mlab cusing‹ hergestellt. In der Maschine wurde die Replik des fast 2.800 Jahre alten Objekts neu aus Metallpulver gedruckt.

Dabei haben die Spezialisten das Artefakt berührungslos abgetastet, damit es im 3D-Druck-Verfahren detailgenau und originalgetreu quasi ›wiederauferstehen‹ konnte. So lässt sich die Replik etwa im Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen, während das Original geschützt gelagert wird oder zu Forschungszwecken im Archiv bleibt.

  • Archäologische Sensation aus der Hallstattzeit: der ›Unlinger Reiter‹ aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. im Auffindungszustand. © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

    Archäologische Sensation aus der Hallstattzeit: der ›Unlinger Reiter‹ aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. im Auffindungszustand. © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

  • Nicole Ebinger-Rist, Chefrestauratorin am Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und Doktorandin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: »Sie nehmen ein kulturgeschichtlich relevantes, kopiertes Artefakt in die Hand, blicken auf 28 Jahrhunderte, die seither vergangen sind und sind einfach überwältigt. Für Kuratoren, Restauratoren und Wissenschaftler öffnen sich ganz neue Türen.« © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

    Nicole Ebinger-Rist, Chefrestauratorin am Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und Doktorandin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: »Sie nehmen ein kulturgeschichtlich relevantes, kopiertes Artefakt in die Hand, blicken auf 28 Jahrhunderte, die seither vergangen sind und sind einfach überwältigt. Für Kuratoren, Restauratoren und Wissenschaftler öffnen sich ganz neue Türen.« © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

  • Der ›Unlinger Reiter‹ aus Bronze entsteht als Replik im pulverbettbasierten Laserschmelzen von Metallen. © Concept Laser

    Der ›Unlinger Reiter‹ aus Bronze entsteht als Replik im pulverbettbasierten Laserschmelzen von Metallen. © Concept Laser

  • Der ›Unlinger Reiter‹ aus Bronze entsteht als Replik im pulverbettbasierten Laserschmelzen von Metallen. © Concept Laser

    Der ›Unlinger Reiter‹ aus Bronze entsteht als Replik im pulverbettbasierten Laserschmelzen von Metallen. © Concept Laser

  • Schicht um Schicht baut die ›M2 cusing‹ die Geometrie Unlinger Reiters auf. © Concept Laser

    Schicht um Schicht baut die ›Mlab cusing‹ die Geometrie des Unlinger Reiters auf. © Concept Laser

  • Originalstatuette des Unlinger Reiters © Landesamt für Denkmalpflege im RPS, Ginger Neumann

    Originalstatuette des Unlinger Reiters © Landesamt für Denkmalpflege im RPS, Ginger Neumann

  • Detailgetreue 3D-Druckkopie des Unlinger Reiters © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

    Nur die Patina fehlt: Detailgetreue 3D-Druckkopie des Unlinger Reiters © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

  • 3D-Drucker im Dienst für die Archäologie: ›Mlab cusing‹. © Concept Laser

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Vom CT zum 3D-Druck

Der große Vorteil der generativen 3D-Technik ist das berührungslose ›Abformen‹ des Originals – beim bis vor wenigen Jahren praktizierten direkten Abformen bestand immer die Gefahr, die Originale zu beschädigen.

Um den Unlinger Reiter zu digitalisieren, haben die Spezialisten die Röntgen-Computertomografie (CT) angewendet. Der Reiter aus Bronze wurde dreidimensional geröntgt, mit der Software ›VG Studio Max 3.0‹ von Volume Graphics ausgewertet und dann in eine STL-Datei umgewandelt.

Concept Laser hat dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg für den 3D-Ausdruck seine Laser-Cusing-Technologie in Form einer ›Mlab cusing‹ zur Verfügung gestellt. Eine dem Original vergleichbare Bronzelegierung haben die Werkstoff-Ingenieure von Concept Laser ebenfalls entdeckt: Die moderne Kupfer-Zinn-Legierung entspricht in Bezug auf Dichte und spezifisches Gewicht ungefähr dem Artefakt aus dem 8./7. Jahrhundert v. Chr.

Der nachgebildete Reiter soll dem Originalreiter optisch und haptisch in nichts nachstehen. Vorteilhaft an dieser Art des Reproduktions-Prozesses ist seine Genauigkeit, mit der sich auch filigrane und komplex strukturierte archäologische Funde reproduzieren lassen.

Archäologische Sensation aus der Hallstattzeit: der ›Unlinger Reiter‹ aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. im Auffindungszustand. © Landesamt für Denkmalpflege im RPS

Das bedeutet der ›Unlinger Reiter‹ für die Wissenschaft

Der Unlinger Reiter ist eine Grabbeigabe in einem keltischen Fürstengrab aus der Hallstattzeit. Die bronzene Reiterstatuette auf einem Doppelpferd fand sich in einem bereits in der Antike ausgeraubten Wagengrab in Unlingen (Baden-Württemberg).

Der Unlinger Reiter stellt eine der ältesten Reiterdarstellungen nördlich der Alpen dar. Innerhalb der frühkeltischen Epoche Mitteleuropas ist die Figur einmalig. Die Bruchkanten an den unvollständigen Beinen des Pferdes weisen darauf hin, dass die Statuette ursprünglich an einem anderen, nicht mehr erhaltenen Objekt angebracht war.

Aufgrund der übrigen Grabbeigaben lässt sich die Figur in das 8./7. Jahrhundert v. Chr. datieren. Aus dieser Zeit sind figürliche Darstellungen in Süddeutschland äußerst selten.

Weiterführende Information
  • 08.01.2016

    Revolutioniert der 3D-Druck die Ersatzteilversorgung?

    METAV-Fachkonferenz »Inside 3D Printing« diskutiert Stand der Technik

    Am 24. und 25. Februar 2016 findet in Düsseldorf im Rahmen der METAV die Fachkonferenz »Inside 3D Printing« statt. Mittels additiver Methoden lassen sich benötigte Komponenten schnell und in beliebiger Geometrie einfach ausdrucken, so die Zukunftsvision der Experten.   mehr

Unternehmensinformation

Concept Laser GmbH

An der Zeil 8
DE 96215 Lichtenfels
Tel.: 09571 -1679251
Fax: 09571 -1679299

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